Hast du Angst vorm leeren Blatt? (Inkl. Text-Starter-Guide)

 

Tick, tack, tick, tack.  

Deine Wanduhr zählt die Sekunden immer lauter.

Von draußen scheppert das Mittagsbesteck, Autos fahren viel zu schnell durch Regenpfützen und dein Magen ist ein einziger Knoten. Konzentriere dich.

Der Kaffee ist kalt, dir ist heiß. Der Cursor blinkt sich ins Nirvana und das Blatt ist leerer, als die Kinderbücher von Donald Trump.

Schweißperlen auf der Tastatur.

Du schreibst ein Wort und schon geißeln dich deine inneren Kritiker.

Das liest doch niemand. Klingt doof. HAHA.

Würdest du jemandem zuhören, der so über dich spricht? Wieso also dir selbst? Hör nicht hin. Das ist ganz normal, also schwamm drüber. Du bist Profi und du kannst das Texten auch so angehen.

Dass man seine Texte mit System schreibt, ist nämlich auch ganz normal.

 
 
 
 

Strategien für einen sanften Schreib-Start

#1 WORDPOOL: LISTE SCHLÜSSELWÖRTER AUF

Lass die Wörter aus dem Herzen strömen und prüf sie erst später mit deinem Verstand.

Nichts muss noch Sinn ergeben. Skizziere, was dir zum Thema einfällt.

Welche Wörter sind stimmig für dich?

Starte von da.

#2 FREIES SCHREIBEN

Schreib also einfach mal drauf los und zensiere dich nicht. Perfekt ist sowieso nur Dalmatien. Schreib weiter.
Und weiter. Bau Fehler ein. Vergiss die Grammatik.

Es muss noch immer nichts Sinn ergeben.

Sobald du etwas am Blatt hast, wird es leichter.

Sammle Ideen, Sätze und unzusammenhängende Gedankenfetzen. Lass dich gehen, wie Team Jamaica beim  Eiskanal-Rodeln.

#3 KENNE DEIN ZIEL

Welchen Zweck soll dein Text erfüllen?

Das kann vieles sein. Sobald du es kennst, schreibst du wesentlich klarer.

Beschränke dich auf ein Ziel pro Text.

Ich will, dass meine Besucher mein Angebot verstehen.

Ich will, dass meine Besucher mein Arbeitsbuch herunterladen.

Ich will, dass meine Besucher Vertrauen zu mir aufbauen.

#4 WELCHE MARSCHRICHTUNG? ACTION ODER INFORMATION?

Willst du deine Leser mit kurzen Sätzen zum Handeln bringen, indem du schnell auf den Punkt kommst und du die Leser zum nächst logischen Schritt führst?

Zum Beispiel: deine Homepage

Oder willst du sie tiefergehend informieren und sie ermächtigen gute Entscheidungen zu treffen?

Zum Beispiel: ein Blogartikel

#5 FINDE DEINE BOTSCHAFT (EINE BOTSCHAFT PRO TEXT)

Erst jetzt wird es ernst, wie beim Tischgebet.

Message first. Was willst du deinem Leser sagen?

Sammle gezielt nach den Hauptargumenten, die deine Botschaft unterstützen, und verdünne sie mit Argumenten aus deinem freien Schreiben und der Wordpool-Phase. Ein paar Aufzählungen reichen hier.

#6 SCHREIB WIE EIN STURM, KORRIGIERE WIE EIN TORNADO

Du kennst dein Ziel und deine Botschaft und du hast Argumente gesammelt.

Jetzt schreib drauf los und lass es rauchen.

Texten ist weniger Inspiration als Transpiration. Es ist OK 2 Seiten zu schreiben, und 1 3/4 wieder zu verwerfen. Lass den Perfektionisten in dir nicht gewinnen.

Dein Gehirn braucht Pause, bevor es deinen Entwurf analysiert. Leg den Text also zur Seite. Eine Stunde, zehn Minuten oder bis morgen nach dem Frühstücks(br)ei.

#7 SCHLEIFE FEIN

Wenn du so weit bist, geht es an den Feinschliff:

Schreib einfach, gegliedert, bildhaft und in deiner hauseigenen, zugespitzten Alltagssprache.

 
 

#8 BIST DU NOCH IMMER NICHT GANZ ZUFRIEDEN? DANN VERSUCHE ES MIT VERSCHIEDENEN TONALITÄTEN

Wie willst du, dass sich dein Leser fühlt?

Versuch es mit Humor, mal positiv, mal ernst, mal clever.

Entscheide dich für die Version, die deine Botschaft am besten in Richtung Ziel transportiert.

#9 LIES DIR LAUT VOR

Wenn du etwas nicht laut sagen würdest und es sich seltsam und nicht logisch für dich anfühlt, gehört es nicht auf die Website.

Bleib dran, bist du selbstbewusst sagst:

SO gefällt es mir!

 
contentMax Kienreich