Wie du deine Leser (mit Persönlichkeit) begeisterst

 

Kennst du diesen Affen, der sich des nächtens von Neurone zu Neurone schwingt, Achterbahn fährt und dabei mit Pauken schlägt?

Der Affe, der dich zum Zähneknirschen bringt? Auch Monkey Mind genannt. Oder Gedankenkarussel. Ein Überbleibsel aus der gefährlichen Steinzeit, das uns heute noch den Schlaf raubt. Dein Kunde hadert auch mit ihm.

Mit diesem Affen wollen wir gemeinsam im Karussell fahren und das Selbstgespräch unserer Kunden in unseren Texten fortführen.

Wie sowas geht?

 
 
 

#1 Fühle dich in deinen Besucher hinein

Woran kauen deine Besucher?

Hol sie bei ihren nächtlichen Bedenken ab. Zeig Empathie und sprich ihre Herausforderungen an. Du verstehst sie und das zeigst du.

 

#2 Das Ding mit den Features + Benefits

Wenn ich dir sage, du bekommst Text-Feedback via google docs, dann ist das ein Feature und nichts weiter, als eine reine Aufzählung meiner Leistung. Ich sage dir dadurch, was mein Produkt so kann.

Wenn ich dir aber sage, du bekommst Text-Inputs via google docs, damit vor dem Start alles perfekt ist, zeige ich dir, was sich für dich verändert.

Ich beziehe mich auf das emotionale Ergebnis (Benefit = Du bist beruhigt), das du durch meinen Service oder mein Produkt erreichst.


Als Transformationscoach könnte das so aussehen:

Leistung: Coaching Stunde.

Ergebnis: Als Kunde löse ich schneller meine Blockaden, als alleine.

Benefit: Ich fühle mich mutiger, weil ich weiss, dass ich mein Ziel bald erreichen kann.

Und dieses “Ich fühle mich mutiger”, das ist deine Botschaft.

Die verpackst du in Worte. Diese Botschaft kommt subtil in die Headlines, in Bullet Points und in den Fließtext.

Wie will sich dein Kunde durch deinen Service fühlen? Da willst du hin!


Noch ein Beispiel:


Feature: Haarpomade mit überzeugend matter Konsistenz

Ergebnis: Lässt sich unauffällig verteilen, ohne dass man die Pomade als Pomade erkennt.

Emotionaler Benefit: Ich fühle mich stilsicher.

Headline: Der Grund, warum Oma mit Opa damals so gern aufs Parkett wollte.

Erst wenn du deine Botschaft kennst, beginnst du, dir die Zähne mit dem Texten auszubeißen.


Was machst du also, bevor du beginnst?

1. Du leitest Ergebnisse aus deinen Features ab

2. Du leitest emotionale Benefits aus den Ergebnissen ab

3. Du legst dich auf einen emotionalen Benefit fest

4. Du findest die Botschaft für deinen Artikel und deine Headline

 

#3 Deine Texte brauchen dich
(schreib, wie du sprichst)

1. EINE WEBSITE, DIE SOLL MENSCHELN

Sie braucht jede Menge Persönlichkeit. Deine Persönlichkeit.

Du musst weder für deinen Deutschlehrer schreiben, noch für einen Uni-Kurs. Schreib deiner besten Freundin einen Brief. Das darf dann auch ruhig gesprochen wirken, weil das Distanz abbaut und Nähe schafft.

Natürlich musst du nicht klingen wie Udo Lindenberg, aber du darfst Kaffeehaus-Gesprächstil anwenden.

Oder anders: Stell dir vor, du buchst einen Flug nach Marrakesch und du musst kurzfristig absagen, weil Bruce Springsteen dich zum Abendessen eingeladen hat. Jetzt rufst du schnell bei AirBerlin an und kommst zum Kundendienst. Welchen Gesprächspartner wünscht du dir?

Jemanden der dir die AGBs vorliest, sodass du denkst, du verdurstest in der Wüste? Oder jemanden mit Lächeln im Gesicht, der dir unaufgeregt deine Möglichkeiten erklärt und dich zum Schmunzeln bringt, damit du vergisst, dass du einer von tausend Kunden bist?

Die Texte auf deiner Website, ersetzen genau diese Kundengespräche. Lass sie menschlich klingen. Eine Website, die muss menscheln. Von unpersönlichen Websites gibt es schon zu viele.

Wie kommst du außerdem zu einer persönlicheren Website?

In dem du deinen Alltag einfließen lässt.

2. ERZÄHLE GESCHICHTEN, DIE DEINE BOTSCHAFT UNTERMAUERN

Dafür musst du kein Texter sein. Und du musst noch nicht mal gerne schreiben. Geh mal mit einer Freundin & ihrem Hund spazieren und erzähl ihr von deiner Arbeit.

Oder ruf sie an und erzähl ihr, was du gerade schreiben wolltest und nimm das auf.

Dann tipp es ab - Text du bist erledigt!

 

#4 Einfach schreiben

Schreibe so oft es geht im Aktiv und lasse Unwichtiges weg. Das macht deine Texte präziser.

Ein Beispiel:

Stell dir vor, du willst vom frechen Huhn deiner Nachbarin erzählen.

Das Huhn von Elke verschlang den Wurm. Das ist aktiv. Die Aufmerksamkeit liegt auf dem Huhn.

Der Wurm wurde vom Huhn, das Elke gehört, verschlungen. Das ist passiv. Es geht um den Wurm, dann um Elke und dann erst um das Huhn. Dein Text verliert den Punch.

Noch ein Beispiel:

Für mehr Informationen über das Designen von Websites und das Schreiben von Texten, solltest du den Newsletter abonnieren. Klingt…hmmmm…passivst.

Abonniere den Newsletter und erfahre mehr über Squarespace Webdesign und das Texten. Viel besser, weil aktiv.

 

#5 Klare Gliederung

Du kennst das ja. Du liest einen Webtext und deine Augen brennen, wie vom Zwiebel schneiden.

Alles, was du siehst, ist eine Wurst - kein Fleisch, kein Soja, sondern eine Textwurst.

Keine Zwischenüberschriften, wenig Absätze.

Die brauchst du aber.

Ganz viele Absätze.

Am besten mit 3-5 Zeilen.

Ja, das kann Knochenarbeit sein, aber es lohnt sich.

 

#6 Bildhaft schreiben

Ein Beispiel:

Ein Blatt ist ein Blatt. Klar.

Du könntest also schreiben: Ich beobachte ein Blatt.

Oder du kannst beschreiben, wie es: einsam am kargen Ast hängt und im Novemberwind zittert, als würde es mit jedem Luftzug bereit zu fallen sein. (Ok, vielleicht nicht ganz so lyrisch.)

Du kannst Vergleiche ziehen:

Es wird von links nach rechts geweht, wie Kinder in den Waggons am Rummelplatz.

Es lässt die Regentropfen von sich gleiten und vibriert dabei nur kurz, wie ein Bogenseil nach dem Abschuss, wie ein Trampolin, das eine Sekunde von Kinderfüßen Pause macht, um dann tapfer weiter auszuharren.

(Sorry, ich bin hoffnunsgloser Romantiker)

Bilder bleiben hängen und die Leute erinnern sich besser an dich.

 

#7 Deine Kunden sind die besten Texter

Arbeite mit ihren Worten, bevor du dich zu lange mit dem weißen Blatt quälst.

Lies dich durch Facebook Gruppen, Social Media Kommentare und E-mails von Kunden. Sammle ihre Bedenken, Aussagen und Sprüche.

Recherchiere auch in Amazon Bewertungen von Produkten in deiner Branche. Dann bau aus den vielen Kommentaren einen Text und streue deine Infos ein.

Alternativ kannst du auch eine Umfrage mit Typeform versenden und deine Kunden mit 2-3 kurzen Fragen löchern.

 

Fazit

Überlege dir:

Was sind deine Leistungen?

Was sind die Ergebnisse für deine Kunden?

Und was sind die emotionalen Benefits?

Die baust du dann in deine Texte und Bulletpoints ein.

Falls du dich übrigens fragst, wie lang deine Texte sein dürfen, kann ich dir eine Antwort geben.

So lang, wie du willst, solange sie interessant für deinen Besucher sind.

Texte die deinen Leser nichts angehen, verwirren nur.

Es stimmt, dass Besucher deine Website nach relevanten Informationen überfliegen.

Je präziser du also bist, desto öfter wird dein Posteingang zwitschern.

 
contentMax Kienreich